Traffic - die den Laden am Laufen halten
Traffic“ – das klingt zunächst einmal überhaupt nicht nach einer Berufsbezeichnung. Und wer raten soll, was denn wohl ein „Trafficer“ tut, dem fällt ungestützt wahrscheinlich etwas in Richtung Fuhrparkmanagement oder Reiseplanung ein ...
... tatsächlich aber sieht das Tätigkeitsfeld eines Trafficers ganz anders aus. Der Trafficer zieht im Hintergrund die Strippen und sorgt dafür, dass Projekte termingerecht abgewickelt werden. Laut Birgit Roth hat sich der Traffic historisch aus dem Innenkontakt einer Agentur entwickelt. Roth verantwortet bei McCann-Erickson übergreifend den gesamten Bereich der Projektkoordination, wozu auch der Traffic der Agentur gehört. Der Innenkontakt hatte keinerlei direkten Kontakt zum Kunden. Er war der Kundenberatung angegliedert und hatte alle verwaltungsnahen Arbeiten, die im Rahmen der Arbeit der Kundenberatung anfielen, abzuwickeln.
Hierzu zählt beispielsweise das Erstellen beziehungsweise Vorbereiten der Rechnungen und Kostenvoranschläge ...
... diesen Arbeiten wurden mit der Zeit weitere zugeordnet, die stärker in der produktionstechnischen Abwicklung liegen, woraus schließlich das Berufsbild des heutigen Trafficers entstanden ist. Der Trafficer muss also, nachdem die Kreation ihre Arbeit abgeschlossen hat und etwa eine Anzeige vom Kunden freigegeben wurde, dafür sorgen, dass dieses Motiv in den dazu vorgesehenen Titeln auch tatsächlich erscheint. Er arbeitet dazu sehr eng mit der Produktion und der Kreation zusammen. Die Kreation muss das ursprünglich entwickelte Motiv freigeben und gegebenenfalls verändern, wenn es in einem Format erscheint, das von dem ursprünglich gestalteten stark abweicht. Im Kern ist er ein Projektmanager. Er überwacht ein Projekt von Anfang bis Ende hinsichtlich Kosten, Terminen und Organisation. Die ganze Abstimmerei sorgt dafür, dass der Trafficer ständig innerhalb der Agentur unterwegs ist und vielen Leuten auf die Nerven gehen muss.
Das Aufgabengebiet des Trafficers kann sich von Agentur zu Agentur stark unterscheiden, das Berufsbild ist wenig präzise definiert ...
... so ist der Trafficer in einigen Agenturen auch für die Erstellung der Kostenvoranschläge verantwortlich - eine Aufgabe, die er laut Birgit Roth eigentlich gar nicht leisten kann. Ein Trafficer überblickt den gesamten Umfang des Projektes nicht, daher fällt diese Aufgabe eigentlich in den originären Bereich der Beratung. Mit dem Thema Kosten möchte jedoch niemand in der Agentur wirklich gerne etwas zu tun haben, also gebe man dieses Thema gerne an den Trafficer ab.
Einen geregelten Ausbildungsweg gibt es für den Beruf des Trafficers nicht. Häufig verfügen Trafficer in der Praxis über einen Abschluss zum Werbekaufmann oder den Abschluss einer entsprechenden Fachschule. Besonders wichtig sind aber die speziellen Anforderungen an die Persönlichkeit, die mitbringen muss, wer sich als Trafficer der Abstimmung von Prozessen in der Agentur widmen möchte. Vor allem starke Nerven und Organisationstalent sind hier gefragt.
