Texterschmiede und Filmstyler klären auf - Zwei Nachwuchstexter entwickeln Werbespot für Mädchen-Aufklärungsbuch

"Entwickelt TVC’s für das Rebella-Aufklärungsbuch! Den besten produzieren wir." Dieses Angebot von Frank Schneider (GF Filmstyler Pictures) begeisterte die Studenten des 15. Texterschmiede-Studienganges. Denn normalerweise ist - aufgrund der hohen Kosten - die komplette Produktion eines Spots von der Ideenfindung bis zur Finalisierung nicht Teil des Unterrichtsprogramms an Schulen für Nachwuchstexter.

Enge Verbindungen zum Verlag machten die Thematisierung eines realen Produktes möglich. "Ich wollte ein TV- und Kino-taugliches Produkt für dieses Projekt, das tatsächlich im Markt ist. So musste, bei all dem Spaß an der Materie, gleichzeitig auch mit aller Ernsthaftigkeit gearbeitet werden. Wichtig war mir auch, dass das Produkt noch nicht im TV beworben wird – genau gesagt existiert im klassischen Bereich überhaupt kein Budget für dieses Aufklärungsbuch", so Frank Schneider.

Am 7. Mai erläuterte Frank Schneider allen 38 Studenten die Aufgabenstellung. Mitte Juni wurden die besten studentischen Konzepte dem Coppenrath Verlag, der das "Rebella" Aufklärungsbuch herausgibt, präsentiert. Und wie sollte es anders sein: Das Thema "Aufklärung und Pubertät" erwies sich als extrem dankbar.

Regisseur Frank Schneider: "Ich wusste schon, dass ich da ein ziemlich dankbares Thema an Land gezogen hatte, ich war dann doch beeindruckt und positiv überrascht über die Vielzahl grandioser Ideen und die hohe Qualität der Konzepte."

Kurz darauf stand fest: Zwei junge Männer hatten sich am besten in die Gefühlswelt 12 bis 16jähriger, pubertierender Mädchen hineinversetzt und einen so charmanten Spot erdacht, dass er auch den Kunden überzeugte.

Das Konzept von Luca Rescheleit (22) aus Oldenburg und Jonathan Schröder (23) aus Köln heißt bezeichnenderweise: "Woran Mütter glauben". Dabei beschreibt eine Mutter ihrer besten Freundin den Charakter und die Verhaltensweisen ihrer 15-jährigen Tochter. Die Vorstellungen der Mutter decken sich dabei längst nicht mit dem ganz anderen, unberechenbaren und äußerst eigenwilligen Verhalten des Mädchens. Die Welt der Tochter wird in einer zweiten, parallel geschnittenen Ebene des Films gezeigt und konterkariert das Gesagte der Mutter. Denn, "woran Mütter glauben" muss nicht immer unbedingt der Realität entsprechen. Eine sympathische und natürliche Diskrepanz zwischen Mutter und Tochter, wie im Spot zu sehen, deckt sich hingegen nur allzu sehr mit der Wirklichkeit - besonders in der Pubertät. Dass – insbesondere beim Thema des "Rebella-Buches" - auch das ein oder andere Statement der Mutter durch Situationen aus dem "Liebes-Leben" der Tochter illustriert werden, ist selbstverständlich kein Zufall.

Zum Leben erweckt wurde die Mutter - Tochter Beziehung dann von spielfreudigen und exzellenten Darstellerinnen unter Leitung des Regisseurs, der - immer in enger Absprache mit den beiden Textern – auch die passende Visualisierung entwickelte.

Linda Ottenheym und Anna Schwarz, verantwortliche Grafik-Designer für den Rebella-Look im Coppenrath Verlag: "Dass sich Ihre Vision so sehr mit unserer deckt war wirklich überraschend...! Und da wir vorher auch keine Fotos der Schauspieler bzw. Locations gesehen haben waren wir schon etwas nervös. Also, wirklich alles fantastisch gemacht!"

Obwohl der Coppenrath Verlag noch nie eines seiner Bücher mit einem Kinospot beworben hat, wird er bei dem Spot der Texterschmiede-Studenten eine Ausnahme machen. Der Verleger Wolfgang Hölker hat bereits Gelder für einen "Test-Flight" zugesagt: "Es ist eine tolle Idee entstanden, die junge und engagierte Filmer umgesetzt haben. Ich bin von dem Film sehr begeistert."

Filmstyler Pictures "stemmte" das Projekt mit großem, eigenem Engagement, aber auch mit Hilfe vieler experimentierfreudiger Profis. Unterstützt zum Beispiel vom D.O.P Knut Adass, dem preisgekrönten Editor Dirk Farin vom Hause ARRI mit einem liebevollen Colorgrading, von Studio Funk mit der Nachvertonung und vielen Freiwilligen mehr.

Dies weiß Detlef Gerlach, Vorstand der Texterschmiede, sehr zu schätzen: "Wir sind Frank Schneider und seiner Crew sehr dankbar, sich derart für die Ausbildung von Werbetextern einzusetzen." Auch Gerlach ist vom Ergebnis der Zusammenarbeit begeistert: "Die starke Idee von Luca und Jonathan plus die liebevolle Umsetzung von Filmstyler ergeben einen rundum gelungenen Spot."

Rescheleit und Schröder sind nach ihrem einjährigen Studium an der Texterschmiede Hamburg beide bei der Top-Agentur Jung von Matt als Junior-Texter eingestellt worden - Rescheleit in Hamburg, Schröder in Wien.

Den fertigen Werbespot können Sie sich unter www.rebella.de und www.texterschmiede.de anschauen.

 

Die Top 3 der Texterschmiede-Nachwuchstexter sind vier Frauen

Traditionell werden Ende September in der Texterschmiede, der renommierten Schule für deutschsprachige Werbetexter, die besten Studenten des Jahrgangs ausgezeichnet. So auch am Montag, den 28. September. Die Agenturchefs Stefan Kolle (Kolle Rebbe) und Reinhard Crasemann (Heye & Partner) überreichten den 38 Absolventen die Trophäe des Erfolgs: Einen Hammer mit dem Logo der Schule und dem Namen des Absolventen. Überraschend: Alle vorderen Plätze waren fest in Frauenhand. Vier junge Frauen standen im Mittelpunkt des Geschehens, als im Rahmen der Abschlussveranstaltung für den 15. Studiengang die Top 3 der Absolventen gekürt wurden:

Verena Keßler (21) aus Hamburg wurde als Jahrgangsbeste mit dem „großen Hammer“ – der 4-Kilo-Trophäe  – ausgezeichnet. Zweitplaziert war Maren Heuckeroth (21) aus Schwanewede bei Bremen. Sie war im Laufe des Studienganges bereits als Top-Nachwuchstalent von der Texterschmiede und WerbeWeischer zu den Werbefilmfestspielen nach Cannes entsandt worden. Dort hatte sie eine Woche von den Weltbesten Werbern lernen und Inspiration sammeln dürfen. Auf dem dritten Platz lagen gleichauf Sarah Brooksiek (25) aus Wuppertal und Christina Rankel (22) aus Köln.

Während Brooksiek und Rankel bereits Arbeitsverträge unterschrieben haben, sondieren Keßler und Heuckeroth noch den Agenturmarkt und führen Gespräche.

Beide gehören zu den jüngsten Teilnehmern des Studienganges und haben erst im Jahr 2007 ihr Abitur gemacht. Danach begann Verena Keßler Archäologie zu studieren, entschied sich dann aber doch lieber für eine Karriere als Texterin. Bei Jung von Matt gab man ihr den Tipp, sich an der Texterschmiede zu bewerben. Sie tat es – und wurde sofort angenommen. Bei Maren Heuckeroth stand der Entschluss für den Besuch der Hamburger Kreativschule bereits viel früher fest: Sie hatte mit 14 einen Zeitschriftenartikel über die Texterschmiede und den Beruf des Werbetexters gelesen und sofort gewusst: „Das will ich machen.“

Die Absolventinnen auf Platz 3 kommen beide aus der Grafik: Sarah Brooksiek hat zwei Jahre eine Ausbildung zur Mediengestalterin gemacht, bei Christina Rankel war es eine dreijährige Ausbildung zur gestaltungstechnischen Assistentin.

Erste Berufserfahrung konnten die vier jungen Frauen in den Agenturen sammeln, in denen sie studienbegleitende Text-Praktika absolvierten. Verena Keßler textete bei TBWA für Nivea Babyprodukte, Maren Heuckeroth durfte bei Scholz & Friends NeuMarkt die Tchibo-Magazine schreiben.