Wie schon im letzten Artikel angekündigt, wollte ich noch kurz von dem Werbekongress 2009 berichten. Entweder könnt Ihr jetzt auf die Verlinkung im Vorsatz klicken oder den kopierten und eingefügten Text, der nach diesem Satz folgt lesen, um euch über diese Veranstaltung zu informieren.
Ohne Agenturen keinen Werbekongress. Ohne Werbekongress keinen Agenturnachwuchs. An drei Tagen bieten wir Ihnen die Möglichkeiten intensivsten Kontakt zu unseren per Ideentest ausgewählten Teilnehmern aufzunehmen, die aus einschlägigen Bereichen der Branche kommen. Studenten und Auszubildende kommunikations- und medienrelevanter Fachrichtungen, die ihr Können an zwei Workshoptagen (Strategie und Kreation) unter Beweis stellen. Ihre Ergebnisse werden von einer Fachjury bewertet und prämiert. Außerdem präsentieren Sie Ihre Agentur auf der Messe, unserer Kontaktplattform, und treten dort in direkten Austausch mit Sponsoren sowie interessiertem Fach- und Laufpublikum.
Ich selbst wurde zu der Messe eingeladen, um die Texterschmiede zu repräsentieren und den Teilnehmern Fragen zum Berufseinstieg als Werbetexter zu beantworten.
Für das Wochenende vom 11. – 13. Juni hielt das Schicksal ein ganz perfides Spiel für mich bereit.
Zwei Tage vor Abreise verspürte ich schon ein erstes Kratzen im Hals und packte vorsichtshalber die Chemiekeule ein. Mit der zog ich dann zwei Tage später auch nach Berlin.
Man soll ja alles mal gesehen haben und deswegen startete mein Arbeits-Wochenende mit einer Werbekongress-Party am Freitag. Eine Wurst und zwei Bier später rebellierte dann aber auch mein Körper und zwang mich ins Bett zu gehen.
Am nächsten Tag fand die Messe statt. Dort konnten sich Agenturen, Werbeschulen und weitere Branchenfreunde präsentieren und die Teilnehmer des Kongresses zum Stelldichein zu bitten. So wie ich. Mit einer gepflegten Dosis Doping beantwortete ich die Fragen der Studenten und lernte nebenbei auch noch die Personalerin von Philipp und Keuntje kennen. Vier Monate später bekam ich dort einen Job.
Somit kann ich den Werbekongress nur empfehlen. Theorie, Praxis und Networking in einem.
Apropos Networking: Auch die Abschlussparty war nicht von schlechten Eltern. Wick DayMate meets Wodka. Diesen trank ich mit dem Web 2.0-Guru Sascha Lobo.
Er gab ein paar Anekdoten zum Besten, erzählte mir von seinem Tagessatz (Heidewitzka) und verabschiedete sich dann später auf die Tanzfläche. Let’s dance!
ich weiß… in den letzten fünf Monaten habe ich dich etwas vernachlässigt. Dabei habe ich so viele Dinge erlebt, die ich dir eigentlich zu gerne mitteilen möchte. Habe ich dir schon von meiner spannenden Zeit bei Jung von Matt berichtet, von meinen Besuchen auf dem Werbekongress oder neulich erst der Effie-Gala in Berlin? Nein?
Dann bitte gib uns noch eine Chance und lass uns wieder durch dick und dünn gehen (Schlechter Scherz zwecks Veranschaulichung).
Der Wecker klingelt. 07.15 Uhr. Viel zu früh. Aber schließlich wird der Arbeitsweg zum ersten Mal bestritten, eine Alltagsroutine später entwickelt und laut Murphy’s Gesetz sollte man sich genügend Puffer gönnen, um den Tücken des Morgens (z.B. S-Bahn-Verspätung, Bad-Hair-Day, unchronologisch-angereihte Hausnummern…) gegenüber gefeit zu sein.
Im Durchschnitt wird man um 9 Uhr in der Agentur erwartet. Zuerst muss der administrative Teil (Verträge unterzeichnen) abgehandelt werden. Nach einem Rundgang und ein paar Vorstellungsrunden kann man sich an die Arbeit machen und versuchen mit treffsicheren Headlines beim Creative Director gleich einen guten Eindruck zu schinden. Wem das am ersten Tag zu viel ist, kann auch am Agentur-Kickertisch Respekt ernten.
Weil ich keine Tipps für Headlines geben kann, folgt jetzt ein kleiner Kicker-Knigge.
Lektion 1 – Nicht kurbeln! Schießen!
Auf keinen Fall kurbeln. Den Griff festhalten und aus dem Handgelenk schießen. Ein Anfängerschuss sieht ungefähr so aus:
Lektion 2 – Einfache Physikkenntnisse helfen weiter
Wie auch beim Texten hilft es am Kickertisch ab und zu mal um die Ecke zu denken. Und wenn der 24. Torschuss in Folge geblockt wird, kann eine Zusammenarbeit mit der Bande wahre Wunder bringen:
Lektion 3 – Ganz billige Tricks sind verboten!
Auch Trick 17…
Den ersten Tag steht man noch unter Welpenschutz und kann sich langsam mit den Kollegen und der bevorstehenden Arbeit anfreunden. Um 17 Uhr wird man dann frühzeitig entlassen, um zur Texterschmiede zu fahren.
Ich war bei STEIN PROMOTIONS und habe mein erstes Spiel am Kicker verloren. Ende.
Der Wecker klingelt. 15 Uhr. Die halbleere Bierflasche auf dem Nachttisch wird gegen eine Schüssels Smacks getauscht. Erstmal eine DVD zum Aufstehen. Unter die Dusche quälen, anziehen, Zähne putzen, eine Fünftel Tube “Microfix-Technologie ULTRA HARD Wet-Look-Gel” ins Haupthaar mengen und geschickt die Kontaktlinsen einsetzen.
Zur S-Bahn rennen, die Butterfahrt nach Hammerbrook genießen und in der Texterschmiede kräftig bei den ausgebreiteten Süßigkeiten zulangen (Mittagessen).
Unterricht. Zeitsprung.
Der Dozent erntet wohlverdiente Klopfer, Herr Gerlach betritt den Raum und verkündet welcher Agentur jeder von uns ab Mitte der Woche seine treuen Dienste unter Beweis stellen kann.
Bleiben noch 1 1/2 Tage um den verhunzten Biorhythmus umzustellen. Na, dann Prost!
Die Einführungsveranstaltung ist die Gelegenheit bereits am ersten Tag seine Chefs und Kollegen von Morgen zu begutachten. Diese sind ebenfalls anwesend um gleiches mit einem selbst zu tun.
Man bekommt ein Namensschild, posiert für ein Foto und geht danach erstmal den Wasserspender in der Küche…äh….melken.
Noch sind die Studenten unter sich und haben die Gelegenheit sich mit kleinen Smalltalks zu akklimatisieren.
Jeder fragt sich, was er wohl in das umhergereichte Mikrofon sagen könnte, um damit bei den Agentur-Menschen einen guten Eindruck zu hinterlassen.
Artig den Lebenslauf in 3 Sätzen runterbeten oder mit einem Kalauer von der Masse abgrenzen?
In dem Nebenraum liegen die Copytests und liefern den Entscheidern eine exorbitant-wichtige Bewertungsgrundlage. Jeder macht sich seine schlauen Notizen und nach der Vorstellungsrunde irrt man durch die Räume der Texterschmiede. Ein Ziel vor Augen: Die passende Agentur – aber der Weg muss erst noch gefunden werden.
Ein lockerer Plausch mit den Agentur-Entscheidern hilft weiter.
Welcher Student sein erstes Halbjahr bei welcher Agentur verbringt, wird eine Woche später verraten.
Zum Feierabend haben dann alle ein gemeinsames Ziel vor Augen: Die neue Stamm-Kneipe.