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Bevor die Texterschmiede beginnt…

Geschafft! Du konntest dich gegen hunderte Bewerber behaupten und dir einen Studienplatz an der Texterschmiede sichern.

Ein Jahr lang wirst du tagsüber in den Agenturen und abends in der Schmiede viel lernen, höchst interessante Kontakte knüpfen und den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere legen.

(Und jetzt kommt es. Das bahnbrechende…)

ABER: Mache dir bewusst, dass du in diesem Jahr viele Grenzen kennenlernen wirst:

  • Die Grenze der finanziellen Unabhängigkeit, wenn du von deinem Praktikantengehalt zwar die Studiengebühr bezahlen kannst, aber für Miete, Nahrung und Monatskarte nicht viel Geld übrig bleibt. Für einen Nebenjob bleibt keine Zeit, deswegen sei nett zu deiner Familie.
  • Die Grenze des guten Geschmacks, wenn du auf der Suche nach einer Idee für eine Headline, Copy oder einem Störertext den niveaulosen Kalauer zu Papier bringst, weil er dir einfach schon seit geraumer Zeit im Kopf herumschwirrt. Evtl. kannst du an ihm feilen und noch verwenden oder dein Senior-Texter hat zumindest etwas zum Schmunzeln, wenn du ihm deine Texte auf den Schreibtisch legst.
  • Die Grenze der eigenen Leistungsfähigkeit, wenn du tagtäglich auf der Jagd nach guten Ideen bist. Schließlich beginnt diese offiziell um 9.00 Uhr morgens in der Agentur. Zwischen 17.00 und 17.30 Uhr wirst du dann Richtung Texterschmiede entlassen, wo du bis 21 Uhr deine Fähigkeiten trainierst, den Vorträgen lauschst oder selbst präsentierst.

Ach ja: Bedanke dich bei Sozialnetzwerken wie StudiVZ, XING oder Facebook! Viel Freizeit bleibt dir nicht und falls du am Wochenende zu kaputt bist, um mit deinen Jungs um die Häuser zu ziehen, kannst du ganz bequem im Schlübber auf der Couch vernachlässigte Freundschaften mit einem virtuellen Gruß pflegen.

Bisher lebe ich prächtig von den untersten (und damit billigeren) Regalen meiner Supermärkte, schaffe es trotz jahrelanger Kaffeeabstinenz 12-17 Stunden lang für bessere Werbung auf den Beinen zu sein und in der Freizeit Freundschaften und Beziehung aufrecht zu erhalten. Was einen nicht umbringt, macht einen stärker und am Ende des Tunnels funzelt ein kleines Licht.

 

Texter werden leicht gemacht – Teil 3

Du hast den Copytest und die letzte Aufgabe bei der Aufnahmeprüfung gelöst. Das Schicksal liegt nicht mehr in deinen Händen. Dafür aber dein Handy. Schließlich erwartest du sehnsüchtig den Anruf der Texterschmiede.

Frei nach Murphys Gesetz klingelt dein Telefon vielleicht gerade zum unpassendsten Zeitpunkt des Tages. Aber es klingelt und am anderen Ende spricht die Texterschmiede.

„Hallo! Wir haben eine gute und eine schlechte Nachricht!“ ist zumindest die Variante, die ich gehört habe.

„Welche möchtest du zu erst hören?“

„Die Schlechte!?!“

„Das Stipendium hast du leider nicht bekommen, aber -herzlichen Glückwunsch- du hast den Studienplatz in der Tasche!“


Vorläufiges Ziel erreicht. War doch gar nicht so anstrengend…

Für Nicht-Hamburger geht der wahre Stress jetzt erst los.

Wohnung suchen, umziehen, Finanzierungsmöglichkeiten ausloten und die Stadt kennenlernen.

Und das ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Ich erstatte Bericht…

 

Texter werden leicht gemacht – Teil 2

Nachdem die ersten Hürden genommen sind, hat man sich bereits einen Namen gemacht (an dieser Stelle schlage ich das Du vor) und gehört zu den 60 besten Bewerbern, die zur Aufnahmeprüfung eingeladen werden.

Du kommst also aus Bielefeld, Heilbronn, München, Tensbüttel-Röst, aus der Schweiz, Österreich, Panama oder Hamburg selbst angereist, um dir die Texterschmiede mal genauer ansehen zu dürfen bzw. der Texterschmiede zu gestatten eben jenes bei dir zu tun.

Es ist Sommer und selbst die tristeste Stadt bekommt im goldenen Schein der Sonne einen leicht anmutenden Glanz verliehen. Da wollen wir ehrlich sein – Hammerbrook nicht…

Aber sobald du die Räume der Texterschmiede betrittst, du herzlich begrüßt wirst und durch den Flur Richtung Gummibärchenglas in der Küche schweifst, lässt du dich von den Bilderrahmen beeindrucken. Dort hängen viele und sie beinhalten entweder äußerst kreative Werbung oder Informationen über ehemalige Absolventen.

„Junge, Junge… Die arbeiten in ganz schön guten Agenturen und haben auch schon viele Preise gewonnen. Wenn ich groß bin, möchte ich auch mal so werden…“, denkst du dir und schaust dir die anderen Bewerber an.

Vielleicht sitzt du ja jetzt schon neben deinem zukünftigen WG-Partner. Aber erstmal muss die letzte Aufgabe gelöst werden.

Du denkst nach, hast einen Geistesblitz, verwirfst ihn, schreibst ihn wieder auf, gibst ihm den nötigen Feinschliff und gibst ehrfürchtig deinen Zettel ab.

Vor der Aufgabe hast du keinen Happen runterbekommen – jetzt plünderst du das Buffet. Nach und nach werden die Bewerber zu einem persönlichen Gespräch reingerufen.

 

Du hast Angst. Schließlich werden in Castingshows im Fernsehen die Kandidaten doch immer so schlecht behandelt und mindestens neunmal angeschrien. Du traust dem Braten noch nicht. Schließlich bist du dran…

…Und auch das Gespräch verläuft total locker und nett.

Jetzt kannst du nach Hause gehen.

Hast du zu Schulzeiten sehnsüchtig auf den Anruf von Isabella aus der 6b gewartet, lernst du dieses Gefühl auf eine völlig neue Art kennen.

Isabella hat nie angerufen, die Texterschmiede meldet sich.

Doch was wird sie sagen?

Fortsetzung folgt morgen…

 

Texter werden leicht gemacht – Teil 1

Um einen Studienplatz an der Texterschmiede zu ergattern, muss man anfangs lediglich zwei kleine Hürden nehmen.

Natürlich müssen auch ein paar Grundbedingungen erfüllt werden, bevor man sich an dem Startblock positioniert und einen der ca. 40 Studienplätze ergattern möchte.

Da wären ein Alter von 18-32 Jahren, eine abgeschlossene Schulausbildung und das Beherrschen der deutschen Sprachen unabdingbar. 

Sind diese Vorraussetzungen gegeben, kann es los gehen.

 

Hürde Nr. 1: Der Copytest

 

Auf der Homepage der Texterschmiede (oder hier) wartet der Copytest und möchte möglichst kreativ gelöst werden.

 

Zum Beispiel Aufgabe Nr. 1:

 

Der Weihnachtsfunkspot 

Der Telefonanbieter „Deal-On“ bietet vom 1. bis 26.12. eine Null Euro-Flatrate auf alle Telefonate an, in denen im 

Gespräch das Wort „Weihnachten“ fällt. Bitte verfasse einen Funkspot, der dieses Angebot bewirbt und nicht länger als 

30 Sekunden ist.

 

Hier empfiehlt es sich nicht zu schreiben:

 

Sprecher (tiefe Stimme): „Jetzt NEU und nur zu Weihnachten! Das Null-Euro-Flatrate-Angebot von „Deal-On“. Einfach während des Gesprächs „Weihnachten“ sagen und -hoppla- schon ist das Telefonat umsonst. Wenn das mal nicht ein schönes Weihnachtsgeschenk ist…“

 

Ähnliche Spots kennt man bereits aus dem Radio und es geht ja schließlich darum bessere Werbung machen zu wollen. 

Welche Grundidee würde die Radiohörer überraschen und auch dem Auftraggeber einen fröhlichen Weihnachtsumsatz bescheren? Wenn man diese Frage beantworten und geschickt ausformulieren kann, freut sich die Jury, Hürde Nr. 1 ist übersprungen und es folgt:

 

Hürde Nr. 2: Die Aufnahmeprüfung

 

Der Copytest ist fristgerecht abgeschickt und der Briefträger, der nach dem Aussterben des Liebesbriefes nur noch Unheil in Form von Rechnungen beschert, wird in den kommenden zwei Wochen täglich heiß erwartet.

Und wenn es dann soweit ist und er neben Mahnungen, Pizzalieferantenflyern und Werbepostsendungen die Einladung zur Aufnahmeprüfung in den Briefkasten wirft, scheint die Sonne doch schon ein paar Nuancen heller.

 

Weil meine Sonne nun aber schon eine Weile untergegangen ist, folgt morgen der nächste Teil.

 

Traumberuf Texter (oder: Traumberuf Texter?)

Hi, ich bin Aaron Wagner, absolviere gerade mein Studium an der Texterschmiede Hamburg und arbeite noch für einen Tag bei STEIN PROMOTIONS, werde aber am 1. April zu Jung von Matt wechseln, um dort mein zweites Praktikums-Halbjahr anzutreten.

Ich berichte an dieser Stelle über den Agentur- und Texterschmiede-Alltag um euch einen kleinen Einblick in die Werbebranche zugeben, der den Einstieg erleichtern sollte.

Im nächsten Beitrag fange ich mit der Bewerbung bei der Texterschmiede an.