Das Schwierigste an einer Bewerbung ist das Anschreiben.

Hier gilt es ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Interesse zeigen und Interesse wecken herzustellen.

 

Zum einen möchten Personaler sehen, dass ihr euch mit der Agentur in der ihr euch bewerbt, beschäftigt habt. Informiert euch also gut über die jeweilige Agentur und nennt Wichtiges in eurer Bewerbungen. Geht zum Beispiel auf interessante Kunden ein oder auf Preise, die die Agentur für ihre Werbung erhalten hat. Oder auf die Art, wie sich die Agentur für Azubis und Mitarbeiter engagiert.

Im nächsten Schritt ist es dann ganz wichtig, dass ihr Neugierde weckt. Neugierde auf eure Person. Stellt euch also möglichst persönlich vor und verzichtet auf allgemeine Floskeln wie „ich bin besonders kreativ“. Das schreibt jeder. Richtig kreativ ist der, der in seiner Bewerbung deutlich macht, dass er ein kreativer Mensch ist, ohne das Wort kreativ zu nennen. Ich weiß, schwierige Aufgabe. Aber ihr seid clever, ich wette ihr bekommt das hin!

 

Noch ein paar allgemeine Dinge.

  • Versucht möglichst, einen direkten Ansprechpartner für eure Bewerbung ausfindig zu machen und vermeidet Anreden wie „Sehr geehrte Damen und Herren“. Wenn ihr euch auf eine Anzeige hin bewerbt, ist dort ja der Ansprechpartner genannt. Ansonsten informiert euch auf der Website der Agentur, wer euer Ansprechpartner ist.
  • Versucht möglichst, das Anschreiben nicht länger als eine Seite werden zu lassen. Zu viel Text erschlägt eher, als das er Neugierde weckt.
  • Vergesst auf keinen Fall – ich hab auch nicht geglaubt, dass das passieren kann, aber es passiert tatsächlich! – eure Kontaktdaten in der Bewerbung anzugeben. Schließlich wollt ihr den Job doch bekommen, oder? Also gebt bitte alle Kontaktmöglichkeiten (Adresse, Telefonnummer, Email-Adresse etc.) an. Wir haben wirklich schon Bewerbungen bekommen, deren Absender wir gerne kennengelernt hätten, es uns jedoch unmöglich war, den- oder diejenige zu kontaktieren, weil sämtliche Kontaktdaten fehlten.

 

Und dann prüft bitte bevor ihr die Bewerbung abschickt noch einmal eingehend – das ist erst gemeint! – ob ihr das richtige Anschreiben an die richtige Agentur schickt und ob ihr den richtigen Ansprechpartner genannt habt. Wir Personaler kennen uns untereinander und es passiert nicht selten, dass ich Bewerbungen auf den Tisch bekomme, bei denen im Briefkopf zwar noch GREY steht, im Text dann aber beispielsweise „Liebe Annett Hausmann“ folgt. Annett arbeitet bei der TBWA…

Nicht, dass wir nicht wüssten, dass ihr euch bei mehreren Agenturen bewerbt. Das ist uns bewusst und es wäre auch dumm, dies nicht zu tun. Aber ich hätte dann doch gern ein an mich gerichtetes Anschreiben und nicht das für Annett (Liebe Grüße übrigens, falls du das liest, Annett J).

 

Wo wir gerade dabei sind, hier noch ein Kardinalsfehler.

Einige von euch sind sich vielleicht sicher, dass es eine kaufmännische Ausbildung sein soll, aber in welcher Branche, das steht für euch noch nicht fest. Das ist nicht schlimm. Bewerbt euch ruhig als Kauffrau/-mann für Marketingkommunikation und als Veranstaltungskauffrau oder Bürokauffrau oder oder oder. Nur bitte stellt sicher, dass die Bewerbungen jeweils beim richtigen Unternehmen ankommen. Wer hier nicht aufpasst und einer Agentur zum Beispiel eine Bewerbung als Floristin oder Friseurin schickt – echt vorgekommen! – der wird wohl lange auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch warten müssen.