Nachdem die ersten Hürden genommen sind, hat man sich bereits einen Namen gemacht (an dieser Stelle schlage ich das Du vor) und gehört zu den 60 besten Bewerbern, die zur Aufnahmeprüfung eingeladen werden.
Du kommst also aus Bielefeld, Heilbronn, München, Tensbüttel-Röst, aus der Schweiz, Österreich, Panama oder Hamburg selbst angereist, um dir die Texterschmiede mal genauer ansehen zu dürfen bzw. der Texterschmiede zu gestatten eben jenes bei dir zu tun.
Es ist Sommer und selbst die tristeste Stadt bekommt im goldenen Schein der Sonne einen leicht anmutenden Glanz verliehen. Da wollen wir ehrlich sein – Hammerbrook nicht…
Aber sobald du die Räume der Texterschmiede betrittst, du herzlich begrüßt wirst und durch den Flur Richtung Gummibärchenglas in der Küche schweifst, lässt du dich von den Bilderrahmen beeindrucken. Dort hängen viele und sie beinhalten entweder äußerst kreative Werbung oder Informationen über ehemalige Absolventen.
„Junge, Junge… Die arbeiten in ganz schön guten Agenturen und haben auch schon viele Preise gewonnen. Wenn ich groß bin, möchte ich auch mal so werden…“, denkst du dir und schaust dir die anderen Bewerber an.
Vielleicht sitzt du ja jetzt schon neben deinem zukünftigen WG-Partner. Aber erstmal muss die letzte Aufgabe gelöst werden.
Du denkst nach, hast einen Geistesblitz, verwirfst ihn, schreibst ihn wieder auf, gibst ihm den nötigen Feinschliff und gibst ehrfürchtig deinen Zettel ab.
Vor der Aufgabe hast du keinen Happen runterbekommen – jetzt plünderst du das Buffet. Nach und nach werden die Bewerber zu einem persönlichen Gespräch reingerufen.
Du hast Angst. Schließlich werden in Castingshows im Fernsehen die Kandidaten doch immer so schlecht behandelt und mindestens neunmal angeschrien. Du traust dem Braten noch nicht. Schließlich bist du dran…
…
…Und auch das Gespräch verläuft total locker und nett.
Jetzt kannst du nach Hause gehen.
Hast du zu Schulzeiten sehnsüchtig auf den Anruf von Isabella aus der 6b gewartet, lernst du dieses Gefühl auf eine völlig neue Art kennen.
Isabella hat nie angerufen, die Texterschmiede meldet sich.
Doch was wird sie sagen?
Fortsetzung folgt morgen…