Alle Einträge mit dem Stichwort "Texterschmiede"

Vorbei das schöne Lotterleben…

Der Wecker klingelt. 15 Uhr. Die halbleere Bierflasche auf dem Nachttisch wird gegen eine Schüssels Smacks getauscht. Erstmal eine DVD zum Aufstehen. Unter die Dusche quälen, anziehen, Zähne putzen, eine Fünftel Tube “Microfix-Technologie ULTRA HARD Wet-Look-Gel” ins Haupthaar mengen und geschickt die Kontaktlinsen einsetzen.

Zur S-Bahn rennen, die Butterfahrt nach Hammerbrook genießen und in der Texterschmiede kräftig bei den ausgebreiteten Süßigkeiten zulangen (Mittagessen).

Unterricht. Zeitsprung.

Der Dozent erntet wohlverdiente Klopfer, Herr Gerlach betritt den Raum und verkündet welcher Agentur jeder von uns ab Mitte der Woche seine treuen Dienste unter Beweis stellen kann.

Bleiben noch 1 1/2 Tage um den verhunzten Biorhythmus umzustellen. Na, dann Prost!

 

Texterschmiede Tag 1

Die Einführungsveranstaltung ist die Gelegenheit bereits am ersten Tag seine Chefs und Kollegen von Morgen zu begutachten. Diese sind ebenfalls anwesend um gleiches mit einem selbst zu tun.

Man bekommt ein Namensschild, posiert für ein Foto und geht danach erstmal den Wasserspender in der Küche…äh….melken.

Noch sind die Studenten unter sich und haben die Gelegenheit sich mit kleinen Smalltalks zu akklimatisieren.

Jeder fragt sich, was er wohl in das umhergereichte Mikrofon sagen könnte, um damit bei den Agentur-Menschen einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Artig den Lebenslauf in 3 Sätzen runterbeten oder mit einem Kalauer von der Masse abgrenzen?

 

In dem Nebenraum liegen die Copytests und liefern den Entscheidern eine exorbitant-wichtige Bewertungsgrundlage. Jeder macht sich seine schlauen Notizen und nach der Vorstellungsrunde irrt man durch die Räume der Texterschmiede. Ein Ziel vor Augen: Die passende Agentur – aber der Weg muss erst noch gefunden werden.

Ein lockerer Plausch mit den Agentur-Entscheidern hilft weiter.

Welcher Student sein erstes Halbjahr bei welcher Agentur verbringt, wird eine Woche später verraten.

Zum Feierabend haben dann alle ein gemeinsames Ziel vor Augen: Die neue Stamm-Kneipe.

 

Dieser Weg ist um einiges leichter zu finden…

 

Bevor die Texterschmiede beginnt…

Geschafft! Du konntest dich gegen hunderte Bewerber behaupten und dir einen Studienplatz an der Texterschmiede sichern.

Ein Jahr lang wirst du tagsüber in den Agenturen und abends in der Schmiede viel lernen, höchst interessante Kontakte knüpfen und den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere legen.

(Und jetzt kommt es. Das bahnbrechende…)

ABER: Mache dir bewusst, dass du in diesem Jahr viele Grenzen kennenlernen wirst:

  • Die Grenze der finanziellen Unabhängigkeit, wenn du von deinem Praktikantengehalt zwar die Studiengebühr bezahlen kannst, aber für Miete, Nahrung und Monatskarte nicht viel Geld übrig bleibt. Für einen Nebenjob bleibt keine Zeit, deswegen sei nett zu deiner Familie.
  • Die Grenze des guten Geschmacks, wenn du auf der Suche nach einer Idee für eine Headline, Copy oder einem Störertext den niveaulosen Kalauer zu Papier bringst, weil er dir einfach schon seit geraumer Zeit im Kopf herumschwirrt. Evtl. kannst du an ihm feilen und noch verwenden oder dein Senior-Texter hat zumindest etwas zum Schmunzeln, wenn du ihm deine Texte auf den Schreibtisch legst.
  • Die Grenze der eigenen Leistungsfähigkeit, wenn du tagtäglich auf der Jagd nach guten Ideen bist. Schließlich beginnt diese offiziell um 9.00 Uhr morgens in der Agentur. Zwischen 17.00 und 17.30 Uhr wirst du dann Richtung Texterschmiede entlassen, wo du bis 21 Uhr deine Fähigkeiten trainierst, den Vorträgen lauschst oder selbst präsentierst.

Ach ja: Bedanke dich bei Sozialnetzwerken wie StudiVZ, XING oder Facebook! Viel Freizeit bleibt dir nicht und falls du am Wochenende zu kaputt bist, um mit deinen Jungs um die Häuser zu ziehen, kannst du ganz bequem im Schlübber auf der Couch vernachlässigte Freundschaften mit einem virtuellen Gruß pflegen.

Bisher lebe ich prächtig von den untersten (und damit billigeren) Regalen meiner Supermärkte, schaffe es trotz jahrelanger Kaffeeabstinenz 12-17 Stunden lang für bessere Werbung auf den Beinen zu sein und in der Freizeit Freundschaften und Beziehung aufrecht zu erhalten. Was einen nicht umbringt, macht einen stärker und am Ende des Tunnels funzelt ein kleines Licht.

 

Texter werden leicht gemacht – Teil 3

Du hast den Copytest und die letzte Aufgabe bei der Aufnahmeprüfung gelöst. Das Schicksal liegt nicht mehr in deinen Händen. Dafür aber dein Handy. Schließlich erwartest du sehnsüchtig den Anruf der Texterschmiede.

Frei nach Murphys Gesetz klingelt dein Telefon vielleicht gerade zum unpassendsten Zeitpunkt des Tages. Aber es klingelt und am anderen Ende spricht die Texterschmiede.

„Hallo! Wir haben eine gute und eine schlechte Nachricht!“ ist zumindest die Variante, die ich gehört habe.

„Welche möchtest du zu erst hören?“

„Die Schlechte!?!“

„Das Stipendium hast du leider nicht bekommen, aber -herzlichen Glückwunsch- du hast den Studienplatz in der Tasche!“


Vorläufiges Ziel erreicht. War doch gar nicht so anstrengend…

Für Nicht-Hamburger geht der wahre Stress jetzt erst los.

Wohnung suchen, umziehen, Finanzierungsmöglichkeiten ausloten und die Stadt kennenlernen.

Und das ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Ich erstatte Bericht…

 

Texter werden leicht gemacht – Teil 2

Nachdem die ersten Hürden genommen sind, hat man sich bereits einen Namen gemacht (an dieser Stelle schlage ich das Du vor) und gehört zu den 60 besten Bewerbern, die zur Aufnahmeprüfung eingeladen werden.

Du kommst also aus Bielefeld, Heilbronn, München, Tensbüttel-Röst, aus der Schweiz, Österreich, Panama oder Hamburg selbst angereist, um dir die Texterschmiede mal genauer ansehen zu dürfen bzw. der Texterschmiede zu gestatten eben jenes bei dir zu tun.

Es ist Sommer und selbst die tristeste Stadt bekommt im goldenen Schein der Sonne einen leicht anmutenden Glanz verliehen. Da wollen wir ehrlich sein – Hammerbrook nicht…

Aber sobald du die Räume der Texterschmiede betrittst, du herzlich begrüßt wirst und durch den Flur Richtung Gummibärchenglas in der Küche schweifst, lässt du dich von den Bilderrahmen beeindrucken. Dort hängen viele und sie beinhalten entweder äußerst kreative Werbung oder Informationen über ehemalige Absolventen.

„Junge, Junge… Die arbeiten in ganz schön guten Agenturen und haben auch schon viele Preise gewonnen. Wenn ich groß bin, möchte ich auch mal so werden…“, denkst du dir und schaust dir die anderen Bewerber an.

Vielleicht sitzt du ja jetzt schon neben deinem zukünftigen WG-Partner. Aber erstmal muss die letzte Aufgabe gelöst werden.

Du denkst nach, hast einen Geistesblitz, verwirfst ihn, schreibst ihn wieder auf, gibst ihm den nötigen Feinschliff und gibst ehrfürchtig deinen Zettel ab.

Vor der Aufgabe hast du keinen Happen runterbekommen – jetzt plünderst du das Buffet. Nach und nach werden die Bewerber zu einem persönlichen Gespräch reingerufen.

 

Du hast Angst. Schließlich werden in Castingshows im Fernsehen die Kandidaten doch immer so schlecht behandelt und mindestens neunmal angeschrien. Du traust dem Braten noch nicht. Schließlich bist du dran…

…Und auch das Gespräch verläuft total locker und nett.

Jetzt kannst du nach Hause gehen.

Hast du zu Schulzeiten sehnsüchtig auf den Anruf von Isabella aus der 6b gewartet, lernst du dieses Gefühl auf eine völlig neue Art kennen.

Isabella hat nie angerufen, die Texterschmiede meldet sich.

Doch was wird sie sagen?

Fortsetzung folgt morgen…